Schulungsmodul 09 · Aktuelle Tools

KI-Tools im Überblick —
Stand Mai 2026

Welche Tools gibt es, was können sie, was kostet sie — und welche sind für den Einsatz in der Sozialwirtschaft besonders geeignet?

Übersichtstabelle Tool-Spotlights DSGVO-freundlich Das richtige Tool wählen
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KI entwickelt sich schneller als jedes Schulungsmaterial. Was heute aktuell ist, kann in sechs Monaten überholt sein. Betrachten Sie diese Übersicht als Momentaufnahme — die dahinterliegenden Prinzipien (Rollen vergeben, Kontext geben, Ergebnis prüfen) bleiben auch dann gültig, wenn neue Tools auf den Markt kommen.

Der Markt auf einen Blick

Die wichtigsten KI-Tools im Vergleich

Alle genannten Tools haben eine kostenlose Einstiegsstufe. Für den dienstlichen Dauereinsatz empfiehlt sich jeweils die kostenpflichtige Business-Version — sie bietet besseren Datenschutz und häufig einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV).

ToolAnbieterBesondere StärkeFür AWO besonders geeignet fürVerfügbarkeit
ChatGPT OpenAI (USA) Universell, sehr bekannt, riesiges Nutzernetz Texte aller Art, Berichte, Vorlagen, Brainstorming Kostenlos Go ab $8 · Plus ab $20 · Pro ab $200
Claude Anthropic (USA) Lange Texte, Analyse, differenziertes Schreiben Qualitätsberichte, Konzepte, Leitlinien — Texte mit Tiefe Kostenlos Pro ab $20/Mo.
Gemini Google (USA) Google-Workspace-Integration, aktuelle Websuche Wer Gmail / Google Docs nutzt — nahtlose Einbindung Kostenlos Advanced ab €22/Mo.
Microsoft Copilot Microsoft (USA) In Word, Outlook, Teams integriert — seit Mai 2026: autonome Agenten (Wave 3) Protokolle in Teams, Mails in Outlook, Dokumente in Word Basis kostenlos M365 Copilot ab €30/Mo.
NotebookLM Google (USA) Eigene Dokumente hochladen und per KI befragen Konzepte, Leitlinien, Qualitätsberichte durchsuchbar machen Kostenlos
Perplexity Perplexity AI (USA) KI-Suche mit zitierten Quellen Recherche zu Förderprogrammen, Gesetzen, Fachthemen Kostenlos Pro ab $20/Mo.
Mistral Mistral AI (Frankreich 🇫🇷) Europäisch, datenschutzfreundlich, auch lokal betreibbar Datensensible Aufgaben, Einrichtungen mit hohen DS-Anforderungen Kostenlos EU-Anbieter
duck.ai DuckDuckGo (USA) Kein Konto nötig, keine Datenspeicherung, DSGVO-freundlich Schnelles Ausprobieren ohne Registrierung, für Einsteiger Kostenlos
Grundregel für den Einstieg

Für erste Schritte ohne Konto und ohne Datenschutzbedenken: duck.ai. Für den strukturierten Arbeitsalltag mit Dokumenten: ChatGPT oder Claude. Für eigene Unterlagen und Konzepte: NotebookLM. Wer bereits Microsoft 365 nutzt: Copilot ist oft schon enthalten.

Näher betrachtet

Tool-Spotlights für die Sozialwirtschaft

Vier Tools, die für Führungskräfte in AWO-Einrichtungen besonders relevant sind — mit konkreten Anwendungsszenarien.

📓

Google · Kostenlos

NotebookLM — Ihre Dokumente, KI-lesbar

NotebookLM ist kein allgemeiner Chatbot — es arbeitet ausschließlich mit den Dokumenten, die Sie selbst hochladen. Sie laden Ihre Konzepte, Leitlinien, Qualitätsberichte oder Protokolle hoch, und die KI beantwortet Fragen nur auf Basis dieser Quellen. Keine erfundenen Fakten aus dem Internet.

Typische Anwendungen in der AWO:

  • Mehrere Konzepte hochladen und fragen: „Was sagen unsere Unterlagen zum Thema Beschwerdemanagement?"
  • Protokolle der letzten sechs Monate hochladen: „Welche Aufgaben wurden beschlossen aber nie abgehakt?"
  • Leitlinien hochladen und neue Mitarbeiter damit einarbeiten lassen: „Erkläre unsere Hygienerichtlinie in einfacher Sprache"
  • Förderantragsunterlagen eines Trägers hochladen: „Welche Kriterien müssen wir erfüllen?"
Update März 2026: NotebookLM ist jetzt eine Multimedia-Suite

Neben Textzusammenfassungen kann NotebookLM nun aus Ihren Dokumenten automatisch Quizfragen und Lernkarten erstellen, Infografiken generieren und kurze Video-Erklärungen (5–10 Min.) produzieren. Neu: EPUB-Dateien hochladen, Folien als PPTX exportieren. Für Schulungszwecke und Einarbeitung ein deutlicher Sprung nach vorne.

DSGVO-Hinweis

Keine Klientendaten hochladen — auch anonymisierte Fallbeschreibungen nur, wenn wirklich keine Rückschlüsse möglich sind. Einrichtungsinterne Prozessbeschreibungen, Konzepte und Strukturdokumente ohne Personenbezug sind in der Regel unbedenklich.

🏢

Microsoft · In M365 enthalten

Microsoft Copilot — KI direkt in Office

Wer Microsoft 365 nutzt — also Word, Outlook, Teams — hat Copilot oft bereits im Abonnement oder kann es dazubuchen. Der entscheidende Vorteil: keine neue App, kein neues Tool. Die KI arbeitet dort, wo die Arbeit bereits stattfindet.

  • Outlook: Mails zusammenfassen, Antworten vorschlagen, langen E-Mail-Verlauf auf das Wesentliche reduzieren
  • Word: Dokument-Entwurf auf Knopfdruck, bestehenden Text umformulieren oder kürzen
  • Teams: Besprechung aufzeichnen lassen — Copilot erstellt Zusammenfassung, Protokoll und offene Aufgaben automatisch
  • Excel: Tabellen analysieren, Muster erkennen, Diagramme vorschlagen
Vor der Einführung prüfen

Microsoft verarbeitet Daten auf europäischen Servern — ein AVV ist im Business-Abo verfügbar. Trotzdem: Keine Klientendaten, auch nicht in Teams-Besprechungen, die mit Copilot aufgezeichnet werden. Eine Betriebsvereinbarung zur KI-Nutzung ist vor dem Einsatz sinnvoll.

🔍

Perplexity AI · Kostenlos

Perplexity — Recherche mit Quellenangabe

Perplexity ist eine KI-gestützte Suchmaschine: Statt einer Liste von Links liefert sie eine strukturierte Antwort — und zeigt direkt an, aus welchen Quellen die Information stammt. Ideal, wenn man nicht nur eine Antwort möchte, sondern wissen will, woher sie kommt.

  • Aktuelle Förderprogramme und Antragsbedingungen recherchieren
  • Gesetzliche Änderungen (SGB, DSGVO, Tarifrecht) nachschlagen und auf Aktualität prüfen
  • Fachliche Hintergrundinformationen für Konzepte oder Berichte
🦆

DuckDuckGo · Kostenlos · Kein Konto

duck.ai — Einfach ausprobieren, ohne Risiko

duck.ai ist kein eigenes KI-Modell, sondern eine datenschutzfreundliche Oberfläche, die Zugang zu mehreren Modellen bietet (ChatGPT, Claude, Mistral u. a.) — ohne Konto, ohne dass Gespräche gespeichert oder für das Training verwendet werden. Ideal für erste Versuche und für Situationen, in denen man schnell etwas ausprobieren möchte, ohne sich zu registrieren.

Empfehlung für den Einstieg

Für die ersten Schritte in der Schulung ist duck.ai ideal: kein Konto, kein Abo, sofort startklar — und trotzdem Zugang zu leistungsstarken Modellen.

Sicher arbeiten

DSGVO-freundlich unterwegs

Nicht alle Tools sind gleich — Serverstandort, Datenverwendung und Vertragslage machen den Unterschied.

KriteriumKostenlose Privat-VersionKostenpflichtige Business-Version
Daten werden für KI-Training genutztOft ja (opt-out möglich)Nein (vertraglich ausgeschlossen)
Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) möglichNeinJa
Serverstandort EuropaTeilweise (je nach Tool)Bei Microsoft, Mistral: Ja
Für berufliche Nutzung empfohlenMit Vorsicht / für EntwürfeJa
🇫🇷

Mistral — europäisch

Französischer Anbieter, DSGVO-konform, Server in der EU. Für Einrichtungen mit hohen Datenschutzanforderungen eine ernstzunehmende Alternative zu US-Anbietern.

Auch lokal betreibbar (kein Internet nötig)
🏢

Microsoft 365 Business

AVV verfügbar, europäische Rechenzentren, bekannte Compliance-Strukturen. Für Einrichtungen, die bereits M365 nutzen, die naheliegendste Lösung.

🦆

duck.ai

Keine Datenspeicherung, kein Training, kein Konto. Für niedrigschwelliges Ausprobieren ohne jegliches Datenschutzrisiko die sicherste Option.

⚖️

EU AI Act — 2. August 2026

Wer einen KI-Chatbot im Klientenkontakt oder auf der Website einsetzt, muss diesen ab diesem Datum als KI kennzeichnen. EU-weit verpflichtend. Zuständige Aufsicht: Bundesnetzagentur. Bei Verstößen bis zu 15 Millionen Euro Bußgeld.

Betrifft auch kleine Einrichtungen — jetzt prüfen!
💻

Lokale Modelle (Zukunft)

Mistral, LLaMA und andere laufen bereits auf leistungsfähigen Geräten komplett lokal. Kein Internet, keine externen Server — die datenschutzrechtlich sauberste Lösung. KI-Entwicklung überholt das Mooresche Gesetz deutlich — das verdoppelte einst alle zwei Jahre die Rechenleistung von PCs. Bei KI-Fähigkeiten reden wir eher von alle paar Monate.

Schätzung: bereits in ~6 Monaten alltagstauglich

Entscheidungshilfe

Das richtige Tool für die richtige Aufgabe

Kein Tool kann alles gleich gut. Diese Übersicht hilft bei der schnellen Zuordnung.

AufgabeEmpfohlenes ToolWarum
Sachbericht, Förderantrag, Brief schreibenChatGPT oder ClaudeStärke beim Verfassen und Strukturieren langer Texte
Schnell etwas ausprobieren, ohne Kontoduck.aiSofort startklar, kein Datenschutzrisiko
Eigene Dokumente durchsuchen und befragenNotebookLMAntwortet nur auf Basis Ihrer eigenen Unterlagen
Mails, Protokolle, Dokumente direkt in OfficeMicrosoft CopilotIntegration in bestehende Tools ohne Wechsel
Recherche mit verlässlichen QuellenangabenPerplexityZeigt Quellen — nicht nur Antworten
Datensensible Aufgaben, EU-Anbieter gewünschtMistralEuropäischer Anbieter, DSGVO-konform, lokal möglich
Besprechung aufzeichnen und protokollierenMicrosoft Copilot in TeamsDirekte Integration, kein Zusatztool nötig
Wiederkehrende Aufgaben automatisch erledigen lassenKI-Agent (Hermes, Copilot Wave 3)Handelt selbstständig — liest Mails, erstellt Dokumente, legt Termine an
🧭
Die wichtigste Empfehlung: Eines gut kennenlernen

Es lohnt sich nicht, alle Tools gleichzeitig auszuprobieren. Wählen Sie eines, das zu Ihrer Infrastruktur passt — und lernen Sie es wirklich kennen. Die Prinzipien (Rolle vergeben, Kontext geben, Ergebnis prüfen) funktionieren in jedem Tool identisch. Wer ein Tool beherrscht, findet sich in jedem anderen schnell zurecht.

Blick nach vorne

KI-Agenten — die nächste Stufe

Während Chatbots auf Fragen antworten, handeln Agenten eigenständig. Das ist keine ferne Zukunft — erste Systeme sind heute einsetzbar.

🪡

Autonome Agenten · Heute verfügbar für Technikaffine

Hermes — der persönliche KI-Agent

Hermes ist kein Chatbot und kein Copilot — es ist ein Agent, der auf Ihrem eigenen Server lebt. Sie verbinden ihm Ihre Messaging-Konten und Arbeitsbereiche, und er beginnt zu lernen: Ihre Projekte, Ihre Prioritäten, Ihre Arbeitsweise. Mit der Zeit erstellt er eigene Workflows, erinnert eigenständig an Fristen und verfasst Entwürfe — ohne dass Sie ihn jedes Mal neu befragen müssen.

  • Dauerhaftes Gedächtnis: Der Agent erinnert sich an frühere Aufgaben, laufende Projekte und Ihre Präferenzen
  • Eigene Skills: Erstellt und speichert Routineabläufe, die Sie immer wieder brauchen
  • Überall erreichbar: Über Ihre bevorzugten Messaging-Kanäle steuerbar
  • Lokal betrieben: Läuft auf Ihrer Infrastruktur — keine Daten in externen Clouds
Für wen ist das heute relevant?

Hermes und vergleichbare Systeme sind aktuell noch für technisch versierte Nutzer mit eigenem Server gedacht. Für Einrichtungen ohne IT-Abteilung ist Microsoft Copilot Wave 3 der zugänglichere Einstieg in autonome Agenten — bereits in M365 integriert. In 12–18 Monaten werden solche Agenten auch ohne technisches Vorwissen einrichtbar sein.

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