Rechtlicher Rahmen
Schulen sind keine Unternehmen — aber die DSGVO gilt trotzdem. Hier die wichtigsten Regeln für den KI-Einsatz in der Schule.
| Situation | DSGVO-Ampel | Begründung |
|---|---|---|
| Lehrpläne und eigene Materialien in KI verwenden | 🟢 Kein Problem | Keine personenbezogenen Daten |
| Elternbrief ohne Namen in KI formulieren | 🟢 Kein Problem | Keine Personenbezüge |
| Schülerarbeiten anonymisiert als Beispiel | 🟡 Mit Vorsicht | Identifizierung muss ausgeschlossen sein |
| Zeugnis mit Schülernamen in Cloud-KI | 🟡 Schulträger fragen | Je nach Bundesland und Schulträger unterschiedlich |
| Schülerfotos in KI hochladen | 🔴 Verboten | Bildrechte Minderjähriger, absolute Grenze |
| Vollständige Schülerakten oder Noten | 🔴 Verboten | Besonders sensible personenbezogene Daten |
Jede Schule hat (oder sollte haben) einen Datenschutzbeauftragten. Bevor KI schulweit eingeführt wird, sollte dieser eingebunden werden. Robert begleitet Schulen auch bei diesem Prozess — von der Bestandsaufnahme bis zur schulweiten KI-Vereinbarung.
Neues EU-Recht
Der EU AI Act ist seit 2024 in Kraft. Bildung ist ein sensibles Anwendungsfeld — hier die Konsequenzen für den Schulalltag.
KI-Systeme, die Schüler benoten, klassifizieren oder über Bildungswege entscheiden, gelten als Hochrisiko-KI (Art. 6). Sie erfordern Risikomanagement, menschliche Kontrolle und Dokumentation. Einfache Schreibhilfen sind das nicht.
Ab diesem Datum gilt EU-weit: Wenn Schüler mit KI interagieren, muss das unmissverständlich erkennbar sein. KI-generierte Inhalte auf Schulwebsites müssen als solche markiert werden. Zuständige Aufsicht: Bundesnetzagentur.
Die KMK-Handlungsempfehlung (Oktober 2024) fordert verpflichtende Fortbildungsangebote für Lehrkräfte — im Sinne von Art. 4 EU AI Act. Bundesländer setzen das in eigenen Erlassen um.
KI als persönliches Arbeitswerkzeug für Vorbereitung und Verwaltung ist unkritisch. Consumer-Tarife (ChatGPT Free, Gemini ohne Workspace-Vertrag) dürfen nicht für Schülerdaten genutzt werden.
Für den rechtssicheren KI-Einsatz mit Schülerdaten empfehlen sich spezialisierte Plattformen mit AVV:
Systematisch aufbauen
KI-Kompetenz ist keine Fähigkeit, die man einmalig erlernt — sie muss kontinuierlich aufgebaut, aktualisiert und an Schüler weitergegeben werden.
Wer nutzt KI bereits, wer nicht? Wo gibt es Berührungsängste, wo schon Best Practices? Kurze Umfrage im Kollegium als Startpunkt.
Ein bis zwei Lehrkräfte bauen Kompetenz auf und geben sie weiter. Kleine interne Workshops, keine große Veranstaltung. Praxis schlägt Theorie.
Gemeinsam mit Schulleitung, Datenschutzbeauftragtem und Elternvertreter: Was ist erlaubt, was nicht, wie gehen wir mit KI um?
KMK-Empfehlung Oktober 2024: Prüfungsformate überdenken — klassische Hausaufgaben taugen nicht mehr als alleiniger Leistungsnachweis. Mehr mündliche und prozessbegleitende Phasen einplanen.Schüler nicht nur belehren — sie mitgestalten lassen. Was erleben sie? Welche Tools nutzen sie privat? Ehrliches Gespräch statt Verbot.
KI entwickelt sich schnell. Was heute gilt, kann in sechs Monaten überholt sein. Jährliche Reflexion im Kollegium einplanen.
Schulungsangebot · Robert Koegler · Mediendozent
Zwei praxisnahe Schulungsprogramme speziell für Lehrkräfte und Bildungseinrichtungen. Von der ersten Orientierung bis zur schulweiten KI-Strategie — vor Ort, auf eure Schule und Jahrgangsstufen zugeschnitten, mit konkreten Ergebnissen.